Winterschlussverkauf – Die letzten Transfers im Überblick I


veröffentlicht am Samstag, 2. Februar 2013 14:32, von unserem Autor Christian Eck in Strikte Satire. null Kommentare

Tag 2 nach Schlie­ßung des Win­ter­trans­fer­fens­ters. Einige Ver­eine haben sich nach­träg­lich noch ein­mal ein paar schöne Geschenke unter den Weih­nachts­baum gelegt. Aber auch auf die Schnäpp­chen­jä­ger waren wie­der unter­wegs. Es ging wie­der hoch her und man­che Sze­nen erin­ner­ten doch stark an den Aldi-Wühltisch mor­gens um acht.

Durch all das Chaos, das ja ins­be­son­dere in Eng­land gerne zu den Schluss­mi­nu­ten aus­bricht, haben wir uns durch­ge­wühlt und die „ver­meint­lich“ wich­tigs­ten oder inter­es­san­tes­ten Trans­fers her­aus­ge­pickt und für euch durch­leuch­tet. Im ers­ten Teil stel­len wir euch die soge­nann­ten „Blockbuster-Transfers“ vor.

Wil­lian, 24 Jahre
Von Shakhtar Donetsk zu Anzhi Mak­hach­kala — Ablöse: 35 Millionen

Anzhi stockt also wei­ter kräf­tig auf und ver­sucht immer noch zum Nabel des inter­na­tio­na­len Fuß­balls zu wer­den. Das ein­zig Inter­es­sante an der Geschichte ist Wil­li­ans plötz­li­cher Mei­nungs­um­schwung. Vor kur­zem ließ er noch sei­nem Unmut freien Lauf. Shakhtar ver­sperre ihm seine Kar­riere und den Sprung in die euro­päi­schen Top-Ligen. Inter, Chel­sea und Man City wur­den als Kan­di­da­ten gehan­delt. Nun gut, jetzt wurde es Anzhi. Fast genau die glei­che Kate­go­rie. Und die rus­si­sche Pre­mier Liga ist mitt­ler­weile auch min­des­tens auf Augen­höhe mit der Pri­mera Divi­sion, der Bun­des­liga und der Pre­mier Lea­gue. Oder etwa nicht?

David Beck­ham, 37 Jahre
Von Los Ange­les Galaxy zu Paris St. Ger­main — ablösefrei

Becks ist back. Und er bleibt wohl auch mit die­sem Ver­trag (trotz Gehalts­spen­den) wei­ter­hin der best­ver­die­nende Fuß­bal­ler der Welt. Sport­lich hat der Trans­fer kei­ner­lei Wert. Er kommt darum auch daher wie Gina-Lisas Män­ner­aus­wahl: Pres­tige, Pres­tige und noch ein­mal Pres­tige. Damit wäre hierzu alles gesagt.

Mario Balo­telli, 22 Jahre
Von Man­ches­ter City zu AC Mai­land — Ablöse: 20 Millionen

Es hat sich lange ange­deu­tet und ging dann letzt­lich doch ganz schnell. Das Enfant ter­ri­ble Why Always Me Super Mario Balo­telli kehrt zurück in seine Hei­mat. Der Deutsch­land­schreck kom­plet­tiert die AC Milan-Wundertüte und füllt die Lücke, die das Ego von König Zla­tan dort hin­ter­ließ. Ich kann nur sagen: Cha­peau Milano, ihr habt im Fuß­ball­ge­schäft immer noch die größ­ten Eier. Auch wenn das Geld nicht mehr so locker sitzt, die Bal­lung von Typen in dem Kader ist und bleibt ein­zig­ar­tig. Wenn Mario die benö­tigte Wohl­fühl­oase erhält, KANN das ganz gro­ßes Kino wer­den. In der Stadt des Gla­mour und der Mode kennt er sich ja bereits gut aus. Nur noch die Bord­steine hoch­klap­pen und los geht’s. Die Eng­land Schmäh­ge­sänge hat er bei der offi­zi­el­len Vor­stel­lung ja schon kräf­tig aus­ge­packt und groß­spu­rig ange­kün­digt, auch bei Tref­fern gegen sei­nen Ex-Club Inter jubeln zu wol­len. Aber war da nicht was mit dem Tor­ju­bel, Il Pos­tino?
P.S.: Don Sil­vio di Ber­lus­coni hat neu­er­dings faule Äpfel zur neuen Leib­speise erklärt.

Wes­ley Snei­j­der, 28 Jahre
Von Inter Mai­land zu Gala­ta­sa­ray Istan­bul — Ablöse: 7.5 Millionen

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Ob die Tau­ben auch für die tür­ki­sche Zukunft des Ehe­paars Snei­j­der Glück brin­gen wer­den? Im Not­fall wird ein­fach wie­der die Twit­ter­peit­sche aus­ge­packt.
(© Glo­bo­vi­sión / flickr.com)

Snei­j­der war raus in Mai­land. Er wollte nicht auf Geld ver­zich­ten, so ver­zich­tete Inter ab dem 6. Spiel­tag kom­plett auf Snei­j­der. Der Spie­ler sah sich erpresst und wollte nur noch weg. Nach­dem er sei­ner Mei­nung dann  nicht mehr per Twit­ter freien Lauf las­sen durfte (ja, wo’s von einem  Bas­ler oder Effen­berg den direk­ten Ein­lauf gab, nutzt der moderne Fuß­bal­ler heute schmol­lend sei­nen Twit­ter­ac­count), über­nahm dies stell­ver­tre­tend seine Frau. Diese berich­tete dann flei­ßig über den Gemüts­zu­stand ihres Man­nes und ver­suchte einige Dinge mal so rich­tig klar­zu­stel­len. Selbst ist der Mann. Am Ende gabs aber dann doch noch ein Happy-End. Das Drama ist been­det und das Ehe­paar ver­ab­schie­det sich in die Tür­kei. Die Snei­j­ders füh­len sich bereits zu Hause und die Tür­ken sind die bes­ten Fans der Welt. Irgend­wie kommt einem das alles doch ziem­lich bekannt vor?

Didier Drogba, 34 Jahre
Von Shang­hai Shen­hua zu Gala­ta­sa­ray Istan­bul — Ablösefrei

Nico­las Anelka, 33 Jahre
Von Shang­hai Shen­hua zu Juven­tus Turin — Ablöse unbekannt

Es war ein Stich ins Herz, als Didier Drogba sei­nen Abgang von der euro­päi­schen Fuß­ball­bühne ver­kün­dete. Eigent­lich noch viel zu gut, um sich zu ver­ab­schie­den. Aber die Mil­lio­nen lock­ten, Drogba folgte. Ähn­lich ist es auch beim Wan­der­vo­gel Anelka abge­lau­fen. Sport­lich war China für beide ein Rein­fall, schon im Novem­ber wollte Drogba zurück nach Eng­land. Jetzt bil­det er mit Snei­j­der das neue magi­sche Duo in der Tür­kei, wenn wei­ter­hin das Finan­zi­elle passt (und nicht zufäl­lig einige Zah­lun­gen aus­blei­ben), eine durch­aus viel­ver­spre­chende Kom­bi­na­tion. Nico­las Anelka kann mit Juve nun auf zwei Hände voll Ver­eine zurück­bli­cken. Ob er eine wirk­li­che Ver­stär­kung wird, bleibt abzu­war­ten. Hin­ten­an­stel­len wird er sich aber selbst mit sei­nen 33 Jah­ren mit Sicher­heit nicht.

Soviel zu den Trans­fers, die in den letz­ten Tagen das größte Auf­se­hen erregt haben. Wie bei den Win­ter­trans­fers steckt hin­ter allen ein klei­nes (oder auch gro­ßes) Fra­ge­zei­chen über deren Sinn. Aber wie heißt es so schön: Kau­fen, kau­fen und noch­mal kau­fen. Wer‘s hat, der hat‘s! Apro­pos kau­fen: ja, Sie lesen rich­tig. Man­ches­ter City hat im Win­ter keine neuen Mil­li­ar­den­summe ver­brannt. Wobei der gute Herr Man­cini nach dem Balotelli-Abgang bereits war­nend den Fin­ger hob und Ersatz for­derte. Ver­ständ­lich, mit Aguero, Dzeko und Tevez im Sturm herrscht defi­ni­tiv keine hohe Qua­li­täts­dichte vor. Wer’s hat, der hat’s!²

Von den Namen her waren diese Trans­fers wohl die schil­lernds­ten die­ser Win­ter­pe­riode. Aller­dings stel­len diese nur ein Bruch­teil der gan­zen Trans­fer­tä­tig­kei­ten dar. Hier gehts wei­ter mit Teil II der Über­sicht — inklu­sive der Bun­des­liga und eini­ger Kurio­si­tä­ten, wel­che die wilde Trans­fer­zeit immer so mit sich bringt.





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