Die Schlenzer-Transfer Analyse Sommer 2014/15 — Teil 2


veröffentlicht am Samstag, 13. September 2014 11:43, von unserem Autor Christian Eck in Strikte Satire. null Kommentare

Wei­ter geht es mit dem Trans­f­er­wahn­sinn der letz­ten Monate. Wäh­rend wir ges­tern noch zärt­lich und zurück­hal­tend mit der Bun­des­liga gestar­tet sind, kommt heute der ganz harte Stoff: aus Eng­land, Spa­nien, Ita­lien und Frank­reich. Nur Ver­rückte unter­wegs, ich sag‘s euch!

Luis Sua­rez, 27 Jahre
Vom FC Liver­pool zum FC Bar­ce­lona – 81 Millionen

Was wurde nicht alles über Sua­rez geschrie­ben: der Bei­ßer, Kan­ni­bale, Ver­bre­cher, Unmensch etc pp.. Der Uru­gu­ayer war das Gespött der gan­zen Sport­welt nach sei­ner erneu­ten – mitt­ler­weile drit­ten – Beiß­at­ta­cke auf dem Fuß­ball­feld. Dabei will er doch eigent­lich nur spie­len und fällt dabei gele­gent­lich ganz unglück­lich mit Mund auf Schul­tern und Arme der Geg­ner. Aber Sua­rez wäre nicht Sua­rez, würde selbst das nicht noch einen posi­ti­ven Neben­ef­fekt haben: ganze 167 Men­schen hat er mit sei­nem Biss ein Stück­chen rei­cher gemacht. So ein­fach geht’s. Nicht immer nur reden. Man muss den Wor­ten auch Taten fol­gen las­sen. Dachte sich auch Bar­ce­lona und inves­tiert schlappe 81 Mil­lio­nen für den Trans­fer eines mona­te­lang gesperr­ten Spie­lers – und das trotz Trans­fer­ver­bots. „2 x 3 macht 4 — wid­de­wid­de­witt und 3 macht 9e ! Ich mach“ mir die Welt — wid­de­widde wie sie mir gefällt …“

James Rod­ri­guez, 23 Jahre
Von AS Monaco zu Real Madrid – 80 Millionen

Was ihr könnt, kön­nen wir schon lang!“, den­ken sich die Macher bei Real Madrid und ver­pflich­ten mir nichts dir nichts den Shoo­ting­star der abge­lau­fe­nen WM, James Rod­ri­guez, für schlappe 80 Mil­lio­nen. Eine stolze Summe für einen Spie­ler, der vor der WM noch unter dem Radar geflo­gen ist – und das obwohl Monaco bereits letzte Sai­son 40 Mil­lio­nen für einen Trans­fer des Kolum­bia­ners aus­ge­ge­ben hatte. Rod­ri­guez mag ein begna­de­ter Spie­ler sein, aber diese Ablöse ist vor allem ein Resul­tat des Pres­ti­ges, der die­sem Trans­fer anhaf­tete: „Schau liebe Welt, wir bekom­men sie alle. Koste es was es wolle. Heute Spa­nien – und mor­gen die ganze Welt.“ Und ab dafür.

Ángel di María, 26 Jahre
Von Real Madrid zu Man­ches­ter United – 75 Millionen

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Ab sofort der neue Star in Man­ches­ter: Ángel di María
© Fanny Schert­zer / commons.wikimedia

Bereits in der letz­ten Som­mer­trans­fer­phase hatte Man­ches­ter United Gro­ßes auf dem Trans­fer­markt ange­kün­digt. Es blieb dann nur beim Miss­ver­ständ­nis Marouane Fel­laini. Die­ses Jahr kommt König Louis I. ins schöne Eng­land und macht gleich alles bes­ser, schö­ner, grö­ßer. Mit im Gepäck der Held aus dem CL-Finale 2014. Der Mann, der Erik Durm und Mat­thias Gin­ter im Län­der­spiel letzte Woche zwi­schen­zeit­lich in unbe­kannte Sphä­ren gedrib­belt hatte: Ángel di María. Für Madrid nicht gla­mou­rös genug. Stets im Schat­ten des Jubel­krö­sus CR7. Nach sei­nem Trans­fer jetzt die neue Hoff­nung in Man­ches­ter, sagen sie alle. Er selbst wollte gar nicht weg, sagt er. Schmollte noch ein wenig und schrieb einen lan­gen Brief, mit dem alles gesagt sei. Sagte er mehr­fach. Aber auch Ance­lotti hatte noch etwas dazu zu sagen. Nun, sagen wir es mal so: The Saga con­ti­nues. The Return of Man­ches­ter United

Radamel Fal­cao, 28 Jahre
Von AS Monaco zu Man­ches­ter United – 7.6 Mil­lio­nen (Leihe)

Wenn wir schon bei Man­ches­ter sind, blei­ben wir gleich dabei. Kurz vor Laden­schluss noch ein­mal den Dicken mar­kiert. Fal­cao, letz­ten Som­mer der gejag­teste Spie­ler Euro­pas, hat sich von sei­nem Kreuz­band­riss erholt – und wohl schon genug vom Fürs­ten­tum Monaco (oder viel­leicht auch umge­kehrt?). Auf jeden Fall bil­det er nun das neue magi­sche Drei­eck: Roo­ney – van Per­sie – Fal­cao. Ein Feu­er­werk, des­sen Aus­maße ich mir an die­ser Stelle gar nicht aus­ma­len möchte. Zu heiß, zu schön, zu gut. Genau das Rich­tige für unser hol­län­di­sches Fei­er­biest. Bleibt anzu­mer­ken, dass wie bei einer Leihe üblich, nur die Spiel­pra­xis und Ent­wick­lung des Talents Fal­cao im Vor­der­grund steht. Sowieso.

Cesc Fab­re­gas, 27 Jahre
Vom FC Bar­ce­lona zu Chel­sea Lon­don – 33 Millionen

Ver­wun­dert, ja ver­stört muss ich mir immer noch die Augen rei­ben, wenn ich diese Zei­len lese. Es ist, als wür­den meine Fin­ger sich wei­gern, die Buch­sta­ben zu schrei­ben. Es ist nicht schön, nicht gut. Der ehe­ma­lige Gunners-Kapitän und Fan seit der ers­ten Stunde des FC Bar­ce­lo­nas schnürt nun seine Schuhe für Chel­sea Lon­don – unter der Herr­schaft von kei­nem gerin­ge­rem als Jose Mourinho. Unglaub­lich, selbst für den Spie­ler. Aber schein­bar muss Mourinho genau die rich­ti­gen Worte gefun­den haben (Eins-Null– Null– Null– Null– Null– Null– Null). Fab­re­gas glaubt fest daran, dass die Gunners-Fans es ver­ste­hen – fragt sich nur wie, und was.

Diego Costa, 25 Jahre
Von Atle­tico Madrid zu Chel­sea Lon­don – 38 Millionen

Der lau­fende Ober­schen­kel” oder auch „Der Mann für 9 Minu­ten“, wie er seit dem Champions-League-Finale zärt­lich genannt wird, ist eben­falls dem Ruf Mourin­hos gefolgt und hat seine Zelte nun in Lon­don auf­ge­schla­gen. Nach etwas kör­per­li­cher und men­ta­ler Erho­lung (WM mit Spa­nien und so) hat er in drei Spie­len bereits vier Mal zuge­schla­gen und die Wahl zum Spie­ler des Monats abge­staubt. Sau­ber, weitermachen!

Mario Balo­telli, 24 Jahre
Von AC Mai­land zum FC Liverpool

AC Mailand Milan Balotelli

Neue Hei­mat — neues Glück: Mario Balo­telli zieht es zurück auf die Insel zum FC Liver­pool. Foto: Mas­simo Ankor / flickr.com

Das „enfant ter­ri­ble“ wurde nun also als legi­ti­mer Nach­fol­ger für Luis Sua­rez aus­er­ko­ren. Für ihn sicher kein Pro­blem – die Zei­tun­gen Eng­lands kennt er zu genüge und wird sicher wie­der für Schlag­zei­len sor­gen. Ob diese auch in ähn­lich guter sport­li­cher Qua­li­tät aus­fal­len, wie jene von Sua­rez, bleibt abzu­war­ten. Eines ist aber sicher: in Mai­land sind sie über die­sen Wech­sel bestimmt nicht trau­rig. Für Balot­teli ist es der vierte Ver­ein im sieb­ten Jahr. Zwei­mal Ita­lien, zwei­mal Eng­land. Die Bun­des­liga rückt dabei immer näher, ich spüre es. Was für eine Vor­stel­lung. Ein Wunsch, ein Traum. I believe!

David Luiz, 27 Jahre
Von Chel­sea Lon­don zu Paris St. Ger­main – 49.5 Millionen

Finan­cial Fair­play? Mil­lio­nen­stra­fen? Dro­hun­gen? Alles ziem­lich unin­ter­es­sant, wenn man Geld wie Heu hat. So der Fall in Paris, wo die Ölscheichs dort wei­ter­ma­chen, wo sie zuletzt auf­ge­hört hat­ten: Spie­ler für viel Geld in die attrak­tive Ligue 1 nach Frank­reich locken. Sport­li­che Her­aus­for­de­rung und so. Für David Luiz kam das Ange­bot gerade recht. Die trä­nen­nas­sen Wan­gen mit zwei frisch­ge­druck­ten 50ern getrock­net, die Locken kräf­tigt geschüt­telt und dann auf zu neuen Ufern. Man mun­kelt, er plane dem­nächst mit sei­nem Mann­schaft­kol­le­gen Thiago Silva das Sin­gen der Ligue 1-Hymne ein­zu­füh­ren. Vor dem Spiel, in vol­ler Inbrunst. Was wohl Zla­tan davon hält?

Ansons­ten gab es noch den einen oder ande­ren Trans­fer zu ver­zeich­nen. Fer­nando Tor­res ver­sucht sich nun in Mai­land – viel­leicht fin­det er dort sein Glück, wel­ches ihm im EM-Finale 2008 nach sei­nem Sieg­tref­fer von Jens Leh­mann höchst­per­sön­lich aus­ge­saugt wurde – Vodoo-Puppe inklu­sive, noch heute, jeden Tag! Eze­quiel Garay hin­ge­gen macht den Klas­si­ker: Bei Bay­ern gehan­delt, eine gute Sai­son und starke WM gespielt, sucht er nun die sport­li­che Her­aus­for­de­rung und gibt sei­ner Kar­riere noch ein­mal so rich­tig den Kick – im Schnee­ball wer­fen gegen Hulk, Axel Witsel und Co. im schau­rig schö­nen St. Peters­burg. The Place to be. Per­fect place, per­fect time.

Liver­pool nutze die weni­gen Suarez-Millionen nicht nur für Super-Mario, son­dern auch um den FC Sout­hamp­ton mit Haut und Haa­ren auf­zu­fres­sen. Zumin­dest würde ich mich so füh­len, wenn mir gleich drei Stamm­spie­ler vom glei­chen Ver­ein weg­ge­kauft wer­den wür­den. Alexis San­chez hat genug von Spa­nien und geht für schlappe 40 Mil­lio­nen zu Poldi und Co. Ob er dort auch die Hosen so schön trägt wie bei der WM? Ivan Raki­tic hin­ge­gen legt wei­ter­hin eine Steile Kar­riere hin. Wer hätte zu Schal­ker Zei­ten geahnt, dass die­ser Bur­sche mal im Mit­tel­feld des gro­ßen FC Bar­ce­lona her­um­lau­fen würde. Viel­leicht stellt ihm Bar­ce­lona ja im Win­ter noch Gus­tavo Varela, Mimoun Azaouagh, Fabian Ernst und Zla­tan Bajra­mo­vic an die Seite.Schön wär’s alle mal.

Been­den wol­len wir die dies­jäh­rige Über­sicht mit einem Spie­ler, der in kei­ner unse­rer Wech­sel­ana­ly­sen feh­len darf: Chris­to­pher Samba. Ehre, wem Ehre gebührt. Auch ohne Wech­sel in die­sem Som­mer wei­ter unser Held. Keep it goin‘, CS, keep it goin“!

Und damit wären wir wie­der mal am Ende für die­sen Som­mer. Wir freuen uns schon wie ein klei­nes Kind auf Weih­nach­ten, wenn dann am 01.01.15 es wie­der heißt: Sesam öffne dich!





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