Die Schlenzer Jahres-Vorschau 2014 (Teil 2)


veröffentlicht am Dienstag, 7. Januar 2014 13:32, von unserem Autor Christian Eck in Rund um den Ball, Strikte Satire. null Kommentare

Ges­tern star­te­ten wir bereits mit dem ers­ten Teil unse­rer wahn­wit­zi­gen Jah­res­vor­schau 2014. Heute geht es wei­ter mit der zwei­ten Hälfte des Jah­res. Und natür­lich wie­der mit dabei in der Vor­schau: der Impe­ra­tor Sepp Blat­ter, Super-Mario, Prinz Peng und King Knall, der Bundes-Jogi und und und. Aber lest ein­fach selbst. Viel Spaß!

Juli

Viel schlim­mer als die Situa­tion um die deut­sche Unter­kunft gestal­tet sich aller­dings die Lage rund um die Sta­dien der Welt­meis­ter­schaft. Von den geplan­ten 12 Sta­dien sind ledig­lich vier bespiel­bar (deut­scher Inge­nieur­kunst sei Dank). In den ande­ren sor­gen ein­ge­stürzte Kräne, Arbei­ter­de­mons­tra­tio­nen und Fan­tu­multe nach den ers­ten Par­tien für unspiel­bare Bedin­gun­gen. FIFA-Generalsekretär Jérôme Val­cke spricht von einem „ordent­li­chen Tritt in den Hin­tern“ und wird end­gül­tig zur Per­sona non grata erklärt. Gleich­zei­tig ver­sucht Blat­ter mit Hilfe sei­ner Kum­pane diplo­ma­tisch zu ret­ten, was nicht mehr zu ret­ten ist.

Fernab von den Rhyth­men der bra­si­lia­ni­schen Welt­meis­ter­schaft lau­fen die Pla­nun­gen der Ver­eine in Europa für die nächste Sai­son auf Hoch­tou­ren. Mario Balot­teli wird von halb Europa gejagt, lieb­äu­gelt aller­dings mit einem Ver­bleib in Bra­si­lien. Der FC San­tos erwägt die unzäh­li­gen Neymar-Millionen für Super-Mario zu opfern, muss aber fest­stel­len, dass diese gar nicht so zahl­reich waren wie gedacht.

Der FC Arse­nal hin­ge­gen will nach der ers­ten Meis­ter­schaft seit Tony Adams den ein­ge­schla­ge­nen Weg wei­ter­ge­hen und ver­pflich­tet meh­rere deut­sche Spie­ler. So wech­seln unter ande­rem Toni Kroos, Bas­tian Schwein­stei­ger, Tho­mas Mül­ler und Manuel Neuer von der U23 der Bay­ern nach Lon­don. Mat­thias Sam­mer ist hoch­er­freut, die Pro­blem­fälle end­lich los zu sein und schickt gleich eine Kampf­an­sage Rich­tung Dort­mund: „Der 11. Platz ist uns!“

August

Kater­stim­mung in Europa. Die WM ist zu Ende und Bra­si­lien ist ganz über­ra­schend Welt­meis­ter. Tor­schüt­zen­kö­nig wird Ney­mar mit 10 Toren – alle per Hand­elf­me­ter erzielt. Gene­rell wird über die Ord­nungs­mä­ßig­keit der WM dis­ku­tiert. Michel Pla­tini erwägt eine Kon­ter­ver­an­stal­tung zur Welt­meis­ter­schaft ins Leben zu rufen. Der Plan: eine erwei­terte Euro­pa­meis­ter­schaft mit 128 Teams. Gespielt wird auf allen Kon­ti­nen­ten. Bei jedem Tur­nier wer­den Gast­mann­schaf­ten aus ande­ren Ver­bän­den ein­ge­la­den. Die euro­päi­schen Teams hät­ten dann nur noch ein Kon­tin­gent von 12 Teil­neh­mern. Der Vor­schlag stößt auf große Zustim­mung in der UEFA.

Wäh­rend­des­sen star­tet die 51. Sai­son der Bun­des­liga. Augs­burg hat die neuen finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten sinn­voll genutzt und Tobias Wer­ner und Sascha Möl­ders mit Ren­ten­ver­trä­gen aus­ge­stat­tet. Cris­ti­ano Ronaldo hat sich der­weil bereits beschwert, dass er nun nicht mehr der Best­ver­die­ner unter den Fuß­ball­pro­fis ist und setzt die Sai­son­vor­be­rei­tung schmol­lend aus.

Die Auf­stei­ger aus Köln, Fürth und Kai­sers­lau­tern geben unter­schied­li­che Sai­son­ziele an. Wäh­rend sich Fürth die­ses Mal bes­ser ver­kau­fen will als beim ers­ten Auf­stieg in die Bun­des­liga, stre­ben die Ver­ant­wort­li­chen in Kai­sers­lau­tern und Köln wie eh und je Gro­ßes an. Um diese Ziele zu errei­chen ver­pflich­tet Ste­fan Kuntz FCK-Idol Miro „King Knall“ Klose als Sturm­tank und Mario Bas­ler als Moti­va­ti­ons­coach und Psy­cho­lo­gen – alles in einer Nacht– und Nebel­ak­tion bei Wei­zen­bier und Pall Mall am Uri­nal der Auto­bahn­rast­stätte „Süd­li­che Wein­straße“. Der Eff­zeh schnürt den Trans­fer­coup des Jah­res und prä­sen­tiert die Wie­der­ver­ei­ni­gung von Lukas „Prinz Peng“ Podol­ski und Patrick Hel­mes. Mit dem Jahr­hun­dert­sturm im Kader wird Peter Stö­ger ganz warm ums Herz und er grinst wie ein Honig­ku­chen­pferd.

Sep­tem­ber

01.09.2014: Die Trans­fer­fens­ter in den meis­ten Ligen in Europa sind geschlos­sen. Das Financial-Fairplay zeigt Wir­kung. Anstelle der übli­chen Mil­li­ar­den an Euro­nen ging es in die­ser Trans­fer­phase eher ruhi­ger zu. Monaco inves­tiert ledig­lich 140 Mil­lio­nen Euro in den Trans­fer von Lio­nel Messi. Paris zieht nach und sichert sich letzt­lich die Dienste von Mario Balot­teli für Schlappe 60 Mil­lio­nen Euro. Der FC Arse­nal erzielt ein Trans­fer­mi­nus von 50 Mil­lio­nen auf­grund der zahl­rei­chen Ver­pflich­tun­gen aus der Bun­des­liga. Deutsch­land hin­ge­gen zeigt sich erneut als Export­welt­meis­ter und erzielt Trans­fer­er­löse von 500 Mil­lio­nen Euro. Andreas Ret­tig bekommt bei die­sen Zah­len leuch­tende Augen: „Wir haben die stärkste Liga der Welt und hal­ten uns trotz­dem an das Finan­cial Fair-Play! An uns muss sich ganz Europa mes­sen!“ Bei den Buch­hal­tern wird Augs­burg als hei­ßes­ter Kan­di­dat für den Champions-League-Titel gehan­delt. Die Quo­ten für ein deutsch-deutsches Finale zwi­schen Augs­burg und Glad­bach ste­hen ähn­lich gut.

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß freut sich schon tie­risch auf die Ein­füh­rung des Financial-Fairlplays! © Harald Bischoff

Die UEFA lässt ihrem Ver­spre­chen Taten fol­gen und greift hart durch: FC Kopen­ha­gen, Shakhtar Donetsk, Kuban Kras­no­dar, Pan­d­u­rii Targu Jiu und She­riff Tiras­pol wer­den von den inter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben wegen Ver­stö­ßen gegen das Financial-Fairplay aus­ge­schlos­sen. Uli H. und Kalle R. aus dem son­ni­gen Mün­chen sehen sich in ihrer gesun­den Trans­fer­po­li­tik bestä­tigt: „Jetzt sehen die gro­ßen Ver­ein, dass sie nicht wirt­schaf­ten kön­nen wie sie wollen!“

Die neue Bun­des­li­ga­sai­son star­tet viel­ver­spre­chend mit eini­gen hoch­klas­si­gen Par­tien. An der Spitze der Tabel­len hat sich ein Quar­tett fest­ge­setzt, beste­hend aus Köln, Kai­sers­lau­tern, Chris­toph Daums Han­no­ver 96 und der Borus­sia aus Dort­mund. Vor­jah­res­meis­ter Augs­burg hat zuneh­mend Pro­bleme mit der Drei­fach­be­las­tung und muss bereits früh in der Sai­son federn las­sen. Auf Schalke ist Jens Kel­ler nach dem 3. Spiel­tag über­ra­schen­der­weise ent­las­sen wor­den – nach wei­te­ren erfolg­lo­sen Spie­len wurde aber auch Nach­fol­ger Huub Ste­vens ent­las­sen. Horst Held gibt sich ganz ent­spannt bei der Trai­ner­su­che. Die Medien brin­gen Felix Magath ins Spiel. Die­ser ist nach sei­nem geplatz­ten Enga­ge­ment beim HSV wei­ter­hin ver­eins­los. Nach einer Woche dann der große Coup: Jens Kel­ler wird neuer Trai­ner auf Schalke – vor­über­ge­hend, bis viel­leicht zur Win­ter­pause, oder auch nicht.

Okto­ber

Beim AC in Mai­land läuft es über­haupt nicht rund. Sport­di­rek­tor und Mailand-Ikone Paolo Mal­dini greift radi­kal durch und for­miert die löch­rige Abwehr neu. Dabei gibt er als lin­ker Läu­fer sein Come­back. Zudem über­zeugt er seine lang­jäh­ri­gen Abwehr­kol­le­gen Jap Stam, Alle­san­dro Nesta und Alle­san­dro Costa­curta von der Dring­lich­keit den AC vor dem Unter­gang zu ret­ten. Die inter­na­tio­nale Presse beju­belt fre­ne­tisch die Rück­kehr der „Fab 4 – Rise of the Catenaccio“.

Aber nicht nur im fer­nen Mai­land, son­dern auch in Ham­burg brennt der Baum. Pierre-Michel Lasogga, nach zähem Rin­gen mit der Her­tha und der Mama mil­lio­nen­schwe­rer Neu­zu­gang des HSV, ist wei­ter­hin tor­los und ent­täuscht auf gan­zer Linie. Mama Kers­tin gibt sich ganz selbst­kri­tisch und schiebt die Schuld „dem schlech­ten Mit­tel­feld, der doo­fen Abwehr und dem blö­den Trai­ner“ zu und for­ciert laut­stark einen Wech­sel in die Haupt­stadt nach Ber­lin. Lasog­gas kur­zer Kom­men­tar: „Mama wird’s schon richten!”

Nach dem über­ra­schen­den Vor­run­den­aus der Natio­nal­elf bei der letz­ten Welt­meis­ter­schaft nimmt Jogi Löw alle Schuld auf sich, denkt aber kei­nes­wegs an einen Rück­tritt. „Ich habe eine Mis­sion. Und dafür braucht es högschde Dis­zi­plin!“ Er sieht sei­nen Weg noch nicht am Ende und glaubt, bei der nächs­ten EM die bes­ten DFB-Elf aller Zei­ten auf­bie­ten zu können.

Novem­ber

Es wird kalt in Europa. Schnee­chaos wohin das Auge reicht. Gleich drei Spiel­tage der Bun­des­liga müs­sen abge­sagt wer­den. Die bra­si­lia­ni­sche Armada nutzt die Gele­gen­heit und char­tert einen Lini­en­flug in die Hei­mat. Dante besucht das Cock­pit, ver­deckt dem Pilot aber die Sicht. Die Folge: Cock­pit­ver­weis für den Abwehr­spie­ler. Die­ser ist völ­lig auf­ge­löst, fühlt sich miss­ver­stan­den. Er will doch nur spie­len! Kur­zer­hand orga­ni­sie­ren seine bra­si­lia­ni­schen Kol­le­gen eine Trom­mel­runde und ein gebüh­ren­des Emp­fangs­spek­ta­kel am Flug­ha­fen. Dante ist ent­zückt und stimmt gleich sein Lieb­lings­lied an: „…un Pokk­kaaaal aaaauch, un Pokk­kaaaal aaaaauch!“

Wayne Roo­ney kün­digt in einem Exklusiv-TV-Interview an, zum Win­ter seine Kar­riere aus­klin­gen zu las­sen. In Zukunft liegt sein gan­zes Augen­merk auf sei­ner neuen Mode­kette „Roo can do“. Ver­kaufs­schla­ger das Stirn­band der Serie Petr C knows. Cris­ti­ano Ronaldo bestä­tigt eine Anfrage als Modell für Roo­neys Marke, hüllt sich aber noch in bedeu­tungs­vol­les Schwei­gen. Wem’s gefällt!

Im Duell der Auf­stei­ger zwi­schen dem Eff­zeh und dem FCK kommt es zum Eklat. Nach einer umstrit­te­nen Elf­me­ter­ent­schei­dung zuguns­ten Kölns, stürmt Klose wut­ent­brannt auf Podol­ski zu und steckt ihm in bes­ter Oli­ver Kahn-Manier den Fin­ger in die Nase. Prinz Peng sieht nach dem Spiel aller­dings gar keine Pro­bleme zwi­schen ihm und Mirovs…Mirovsklaff…Miropfs…ach wie auch immer-Klose!

Dezem­ber

Zla­tan Ibra­hi­mo­vic hat keine Lust mehr. Der große Schwede fühlt sich gelang­weilt vom anspruchs­lo­sen Fuß­ball der Ligue 1. „Ich habe jetzt mit jedem Kör­per­teil und aus jeder Posi­tion ein Tor geschos­sen. Was soll ich hier noch errei­chen?“ Aus inter­nen Krei­sen wird gemun­kelt, er erwäge die Grün­dung einer neuen Sport­art: Kung-Fu-Soccer. Hal­le­luja, geprie­sen sei der Herr!

Christoph Daum

Sorgt wie­der für eini­ges an Furore in der Bun­des­liga — Chris­toph Daum © Super­bass / CC-BY-SA-3.0 (via Wiki­me­dia Commons)

Die Bun­des­liga geht in die Win­ter­pause. Von der Tabel­len­spitze grüßt Chris­toph Daum, der seine Spie­ler stets bis in die Haar­spit­zen elek­tri­sie­ren konnte. Han­no­ver stellt mit vier Gegen­tref­fern die beste Abwehr, was ins­be­son­dere dem Spiel­ver­ständ­nis von Jens Nowotny und Cars­ten Rame­low geschul­det ist. Joey Bar­ton, mitt­ler­weile für den FC Bar­net unter Ter­rier Edgar Davids aktiv, ist von der Per­for­mance des Teams via Twit­ter aller­dings wenig ange­tan: „Han-Ovvers 69 plays like cat piss. I‘m bet­ter 69 than they will ever be!” Didi Hamanns Ant­wort lässt noch immer auf sich warten.

Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende ent­ge­gen. Bevor sich aber alle gemein­sam auf die große Sil­ves­ter­party freuen kön­nen, sorgt Ex-Titan Oli Kahn bereits im Vor­feld für den gro­ßen Knall. Lange erahnt, viel wurde getu­schelt – jetzt ist’s offi­zi­ell: Oli hat auf KMHs Antrag wäh­rend der ers­ten Halb­zeit des DFB-Länderspiels mit Ja geant­wor­tet. Unter Trä­nen ver­kün­den sie in der Halb­zeit­pause ihre Liebe. Die Dop­pel­hoch­zeit des Jah­res wird flan­kiert von Mirko S., der auch end­lich seine Andrea K. hei­ra­ten kann.

Auf ein herz­lich erfrischend-fröhliches 2014!





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