Afrika-Cup: Ein Drama in fünf Akten


veröffentlicht am Sonntag, 20. Januar 2013 15:18, von unserem Autor Marc Andruszko in Rund um den Ball. null Kommentare

Der Afrika-Cup, die­ses Jahr aus­ge­tra­gen in Süd­afrika, hat begon­nen! Das Tur­nier wird ab 2013 alle zwei Jahre, also in Zukunft immer in den unge­ra­den Jah­ren statt­fin­den. Was bedeu­tet der Afrika-Cup? Vie­len Fuß­ball­fans herz­lich wenig. Und das obwohl er uns zur Zeit auch unter der Woche mit unter­halt­sa­men Fuß­ball­spie­len ver­sorgt, wäh­rend die Cham­pi­ons Lea­gue erst am 12. Februar fort­ge­setzt wird. Doch der Afrika-Cup ist mehr als ein blo­ßer Lücken­fül­ler für Fuß­ball­fans auf Entzug.

Nir­gendwo geht es außer­halb des Plat­zes dra­ma­ti­scher und poli­ti­scher zu als in Afrika. Man erin­nere sich an die Stei­ne­wer­fer in Kairo, als Ägyp­ten gegen Alge­rien um die WM-Qualifikation kämpfte, oder den Flug­zeug­ab­sturz der Natio­nal­mann­schaft aus Sam­bia 1993. Fast 10 Jahre spä­ter, näm­lich im Jahr 2012, kehrte die nächste Gene­ra­tion sam­bi­scher Fuß­bal­ler an den Ort der Tra­gö­die zurück und gewann in einem über­wäl­ti­gen­den Rausch der Gefühle gegen die Elfen­bein­küste im Elf­me­ter­schie­ßen den Afrika-Cup. Damit erwie­sen sie den Opfern von damals eine große Ehre. Die Bil­der der sam­bi­schen Ersatz­spie­ler, die beim Elf­me­ter­schie­ßen spi­ri­tu­elle Gesänge auf der Ersatz­bank anstimm­ten, blei­ben unvergessen.

Afrika Cup 2013 Südafrika Vuvuzela

Afrika-Cup 2013 in Süd­afrika: Die Vuvu­zelas sind zurück! Foto: Alex Bühr­mann / flickr.com

Afrika-Cup, das ist auch der Cup der Heim­keh­rer, der Cup der guten Hoff­nung, um es über­trie­ben bild­haft aus­zu­drü­cken. Welt­stars wie Didier Drogba keh­ren auf ihren Hei­mat­kon­ti­nent zurück, den sie einst ver­lie­ßen, um irgendwo in Europa Fuß­ball zu spie­len und dafür jähr­lich mehr zu ver­die­nen als ein Lands­mann in sei­nem gan­zen Leben. Es ist auch der Cup, der Fami­li­en­ge­schich­ten schreibt. Zahl­lose Spie­ler sind in Europa gebo­ren und auf­ge­wach­sen und kom­men dann nach Afrika, auf der Suche nach ihren Wur­zeln und viel­leicht auch dem Gefühl, bedin­gungs­los bewun­dert und ver­ehrt zu wer­den. Sie tref­fen auf Mit­spie­ler, die ähn­li­che Lebens­läufe haben und bil­den auf dem Feld eine ver­schwo­rene Gemein­schaft mit diesen.

So hat man beim Afrika-Cup oft das Gefühl, Spiele wür­den hit­zi­ger, ner­vö­ser und emo­tio­na­ler geführt als auf euro­päi­schem Par­kett üblich. Und das erstaunt immer wie­der: Viele Spie­ler (bei Mann­schaf­ten wie der Elfen­bein­küste sogar ein Groß­teil) ver­die­nen ihr Geld in Europa und schnü­ren ihre Kick­schuhe für Top­mann­schaf­ten, spie­len jedoch gemein­sam in Afrika der­art lei­den­schaft­lich, dass es manch­mal unüber­legt chao­tisch anmutet.

Schaut nun selbst. Ich denke, wir kön­nen mal wie­der ein tol­les Tur­nier erwar­ten – mit Spie­len, die ver­bis­sen geführt wer­den, mit Spie­lern, die ihr letz­tes Hemd für ihr Land geben und Ereig­nis­sen, die dra­ma­tisch sind. Ich wün­sche allen Fans viel Spaß beim Afrika-Cup. Wir ver­su­chen euch wäh­rend dem Tur­nier mit beson­de­ren Geschich­ten zu ver­sor­gen. Genießt vorab ein Drama in fünf Akten.

Vor­pro­gramm

1. Akt: Warm­sin­gen

2. Akt: Alles für den Sieg

3. Akt: Tore, Tan­zen, Tur­nen

4. Akt: Ver­zweif­lung, Stolz, Hass

5. Akt: Titel, Träume, Trä­nen





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