Post für ManU


veröffentlicht am Dienstag, 1. April 2014 16:26, von unserem Autor Marc Andruszko in Post vom Schlenzer. null Kommentare

Lie­bes ManU,

ich kann mich nicht fest­le­gen, wann genau ich dich in mein Fuß­ball­herz geschlos­sen habe. Sicher­lich war es nicht das sagen­um­wo­bene Cham­pi­ons Lea­gue Finale 1999 gegen den FC Bay­ern Mün­chen, an dem sich viele Bayern-Verächter immer noch wei­den. Ich bin näm­lich weder Bayern-Fan, noch Bayern-Gegner. 99 hin­ter­ließ also weder Trauma noch Genugtuung.

Ein Bayern-Spiel ist für mich wie gutes Essen – ich brau­che dafür nicht unbe­dingt Hun­ger, um es genie­ßen zu kön­nen. Die Bay­ern sind für mich nicht von exis­ten­ti­el­ler Bedeu­tung — aber ich schaue ihnen trotz­dem gerne beim Kicken zu, weil sie einen wun­der­ba­ren Fuß­ball spielen.

Mit Man­ches­ter United ver­bin­det mich mehr. ManU ist wie ein alter Freund, den man nur alle paar Jahre sieht und dann freu­dig fest­stellt, dass er sich über­haupt nicht ver­än­dert hat und man sich immer noch auf einer Wel­len­länge befin­det. Ein Freund, der einen grin­sen lässt auf­grund der Tat­sa­che, dass sich vie­les im Leben wirk­lich nie ändert. Wer den Dampf­wal­zen­fuß­ball im Old Traf­ford unter Sir Alex Fer­guson ein­mal geliebt hat, der liebt ManU heute immer noch.

Wayne Rooney ManU

Wayne Roo­ney: Noch keine 30 und schon im Club der alten Her­ren? Foto: gordonflood.com

Kürz­lich bezeich­nete Oli­ver Welke vom ZDF im Rah­men der Cham­pi­ons Lea­gue Bericht­er­stat­tung Van Per­sie, Giggs und Wayne Roo­ney als Senioren-Trio. Dabei ver­gaß er, dass Roo­ney noch nicht ein­mal 30 Jahre alt ist, aber schon gefühlt 20 Jahre zum Inven­tar der Pre­mier Lea­gue gehört. Natür­lich hätte Welke auch Rio Fer­di­nand nen­nen kön­nen, ein Fuß­bal­ler der wie ein Ath­let aus einer ande­ren Zeit anmu­tet, der manch­mal auf­grund sei­ner wenig fein­jus­tier­ten Koor­di­na­tion deplat­ziert inmit­ten all der jun­gen Bewe­gungs­wun­der wirkt.

An einem rich­tig guten Tag — oder sagen wir bes­ser an einem opti­ma­len Tag — kann ManU immer noch mit den ganz Gro­ßen die­ser Welt mit­hal­ten. Ich denke hier an das Finale Dahoam, das ein ver­gleichs­weise rum­peln­des Chel­sea Lon­don gegen eine spie­le­risch weit über­le­gene Mün­che­ner Mann­schaft gewann. Rio Fer­di­nand gehört sicher nicht zur Gilde modern aus­ge­bil­de­ter intel­li­gent mit­spie­len­der Innen­ver­tei­di­ger — das heißt aller­dings nicht, dass er nicht sim­ple, prag­ma­ti­sche und höchst effek­tive Ent­schei­dun­gen tref­fen könnte, die Man­ches­ter zum Erfolg verhelfen.

Vorne soll­ten die Qua­li­tä­ten von Wayne Roo­ney, Kagawa und Valen­cia reich­lich genug sein, um Tor­ge­fahr aus­zu­strah­len. Bay­ern mag auf den ers­ten Blick mit ManU einen mehr als mach­ba­ren Geg­ner gezo­gen haben – aber wer, wenn nicht ManU, ist prä­des­ti­niert dafür, diese Über­mann­schaft aus Bay­ern zu bekämp­fen. Man darf auf ein groß­ar­ti­ges Fuß­ball­spiel mit dem Bes­ten aus Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart hoffen.

Sport­lichst,

Marc Andruszko





Diskussionskultur

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>