ZDF — die große Gebührensause: Champions League für den Bürger


veröffentlicht am Donnerstag, 21. März 2013 18:37, von unserem Autor Marc Andruszko in Feuilleton - runde Kultur. null Kommentare

Zu Jah­res­be­ginn ersetzte der Rund­funk­bei­trag die GEZ Gebühr. Die Gebüh­ren­ein­zugs­zen­trale (GEZ) wich dem ARD ZDF Deutsch­land­ra­dio Bei­trags­ser­vice‘. Nimmt man die Namens­än­de­rung wört­lich, so hat sich der fiese Ein­zug also zum net­ten Ser­vice ent­wi­ckelt: die Rund­funk­ma­cher sug­ge­rie­ren mit dem Face­lif­ting nicht nur neh­men, son­dern ebenso geben zu wol­len. Alle sol­len für ihr Geld gutes Fern­se­hen und gutes Radio bekom­men. Doch wie aus öffent­li­chen Gebüh­ren finan­zier­tes Fern­se­hen und Radio aus­se­hen soll, daran schei­den sich bekannt­lich die Geis­ter. Sie gaben uns die Cham­pi­ons Lea­gue. Im ZDF. Ganz ohne Wer­bung. Und (fast) alle schrien rel­f­ex­ar­tig: Hurra. End­lich wer­den unsere Gebüh­ren für etwas Schö­nes verschwendet!

Die Über­tra­gung der Cham­pi­ons Lea­gue im ZDF ist jedoch an ganz ande­ren Maß­stä­ben zu mes­sen als einst die­je­nige auf RTL oder Sat1. Das ZDF hat einen Staats­ver­trag und dar­aus unter ande­rem die Ver­pflich­tung einer umfas­sen­den Bericht­er­stat­tung. Kommt es die­ser nach? Es ist an der Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Ein­fach. Für alle: Cham­pi­ons League

Das ZDF soll Schät­zun­gen zufolge im Jahr 2011 über 50 Mil­lio­nen Euro für die Rechte an der Cham­pi­ons Lea­gue 2012/2013 auf den Tisch gelegt und damit die Pri­va­ten aus­ge­sto­chen haben. RTL und Sat1 schau­ten gemein­sam in die Röhre, die also zukünf­tig Mitt­woch­abends schwarz, zumin­dest hin­sicht­lich der fuß­bal­le­ri­schen Qua­li­tät, blei­ben wird.

Über­spitzt aus­ge­drückt ist das öffentlich-rechtliche Fern­se­hen Pay-TV, das man nicht zum Ende der Ver­trags­lauf­zeit kün­di­gen kann, weil man keine Lust mehr dar­auf hat, Geld für Fern­se­hen aus­zu­ge­ben oder nicht mit der Pro­gramm­viel­falt oder der Qua­li­tät der ange­bo­te­nen Sen­dun­gen zufrie­den ist.

Rundfunkbeitrag

Das neue Logo ver­spricht viel. Kann das ZDF den Anspruch des Fuß­ball­fans erfüllen?

ARD, ZDF und Deutsch­land­ra­dio gerie­ren sich bür­ger­nah — das drückt das neue Logo in prä­gnan­ten Wor­ten aus: Ein­fach. Für Alle. Nicht mehr das ver­hasste Behör­den­mons­ter GEZ, die TV-Stasi, Klin­gel­män­ner und Wohn­zim­mer­spione. Fair soll es zuge­hen. Seit dem 01. Januar 2013 ist ein ein­zi­ger Bei­trag für eine Woh­nung zu zah­len. 17,98 Euro kos­tet der Spaß zukünf­tig pro Haus­halt. Die Anzahl der Rund­funk­ge­räte und Per­so­nen in einem Haus­halt spie­len dabei keine Rolle mehr. Man könnte die Hoff­nung dahin­ter ver­mu­ten, dass mehr Ver­ständ­nis und mehr bür­ger­li­che Unter­stüt­zung — das bedeu­tet: mehr unauf­ge­for­der­tes Zah­len und weni­ger Auf­be­geh­ren — für den Bei­trag auf­kei­men. Doch man ern­tet, was man säht: 50 Mil­lio­nen Euro für die Cham­pi­ons Lea­gue — das soll ein­fach und für alle sein?

Der Bür­ger zahlt für die CL: Doch wo bleibt der Mehrwert?

Die Frage muss erlaubt sein, ob der Rund­funk­bei­trag zah­lende Bür­ger die Cham­pi­ons Lea­gue im ZDF über­haupt braucht. Hätte das ZDF nicht die Rechte gekauft, hätte Sat1 oder RTL zuge­schla­gen. So bewer­te­ten bereits einige Stim­men kurz nach der Rech­te­ver­gabe das Auf­tre­ten des ZDF kri­tisch. Tobias Schmid von RTL war damals vom ver­schwen­de­ri­schen ZDF fas­zi­niert, denn es würde dem Bür­ger etwas anbie­ten, was die­ser längst hatte — ohne einen Cent aus den Gebüh­ren. Erst kürz­lich war die Cham­pi­ons Lea­gue Teil einer umfas­sen­den ZDF-Generalkritik. Natür­lich ist die Cham­pi­ons Lea­gue heiß begehrt: Sie ist ein Quo­ten­ga­rant und ein Schmuck­stück in jedem Sen­der­port­fo­lio. Doch schmückt sie auch das Pro­gramm des ZDF?

Es mag gewinn­brin­gend für den Bür­ger sein, Olym­pia in den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen: Dort wird ver­sucht, mög­lichst alle Wett­kämpfe in irgend­ei­ner Form zu zei­gen, sei es live oder als Zusam­men­schnitt. Unvor­stell­bar, dass das Pri­vat­fern­se­hen diese Mam­mut­auf­gabe neben dem Zwang, die wohl hor­ren­den Kos­ten für die Rechte an Olym­pia aus Wer­bung zu refi­nan­zie­ren, zur Zufrie­den­heit des indi­vi­du­el­len Zuschau­ers und der gan­zen Gesell­schaft mit all ihren diver­gie­ren­den Sport­in­ter­es­sen lösen könnte.

Warum aber für die Cham­pi­ons Lea­gue Gebüh­ren ver­schwen­den? Und warum sind Men­schen eigent­lich frei­wil­lig dazu bereit, Geld für Fuß­ball­spiele im TV zu zah­len? Sky-Abonnenten ver­tei­di­gen ihre monat­li­che Inves­ti­tion mit etwa fol­gen­den Argu­men­ten: stän­dige Bericht­er­stat­tung, modern auf­be­rei­tet, gute Kom­men­ta­to­ren (unter ande­rem Wolff Fuss). Ob diese Argu­mente gänz­lich über­zeu­gen, soll hier dahinstehen.

Kurz kri­tisch ange­merkt sei jedoch: Die Exper­ten­run­den bei Sky wis­sen regel­mä­ßig wenig zu über­zeu­gen. Eine wilde Mischung aus Fach­leu­ten, Möch­te­gern­fach­leu­ten und Ex-Fußballern, die kei­nen ande­ren Zugang zum Fuß­ball­ge­schäft mehr fin­den und ver­su­chen, auf der Fuß­ball­welle solange mit­zu­rei­ten, bis diese sie nicht mehr trägt. Die Ex-Profis kann man noch ver­ste­hen, letzt­end­lich ver­su­chen sie sich ein neues beruf­li­ches Stand­bein auf­zu­bauen, jedoch ist es unver­ständ­lich, warum Sky der­art viele Exper­ten braucht und damit unnö­tig Geld von Abon­nen­ten ver­brennt. Warum müs­sen es gleich vier Exper­ten sein? Gilt nicht die alte Weis­heit: Zuviele Köche ver­der­ben den Brei?

Sky bemüht sich wenigs­tens — das ZDF sen­det Nachrichten

Nichts­des­to­trotz ist fest­zu­hal­ten, dass Sky sich offen­sicht­lich um ein Rundum-Sorglos-Paket für den Fuß­ball­fa­na­ti­ker bemüht, wäh­rend das ZDF in der Halb­zeit­pause das heute-journal sen­det, des­sen Mel­dun­gen in ähn­li­cher Form auf allen Kanä­len zu sehen, ja selbst auf den Pri­vat­sen­dern N-TV und N-24 zu jeder Tages-und Nacht­zeit ver­füg­bar sind. Argu­men­tiert man beim ZDF damit, gerade poli­ti­sche Bil­dung sei Auf­trag der Öffentlich-Rechtlichen, so ist dage­gen­zu­hal­ten, dass auf der ARD stets um eine ähn­li­che Uhr­zeit die Tages­the­men gesen­det wer­den. Es ist fast per­vers, dass das ZDF pro Sai­son über 50 Mil­lio­nen Euro aus­gibt — davon wohl ein beträcht­li­cher Teil aus dem Porte­mon­naie des Bürgers—und dann statt einer umfas­sen­den Fußball-Berichterstattung zum gefühlt zehn­ten Mal die glei­chen Tages­mel­dun­gen her­un­ter­be­tet, obwohl diese quasi zur sel­ben Zeit in der ARD ver­füg­bar sind. Traut man dem Zuschauer so wenig Selbst­be­stim­mung an der Fern­be­die­nung zu, dass man ihm nicht zumu­ten will, in der Halb­zeit­pause sein poli­ti­sches Inter­esse durch einen Klick auf der Fern­be­die­nung zu stillen?

ARD und ZDF legi­ti­mie­ren ihre Exis­tenz neben­ein­an­der durch die unter­schied­li­chen Ansätze — die föderal-strukturierte ARD und das zen­tral in Mainz orga­ni­sierte ZDF — und die Kon­kur­renz um die qua­li­ta­tiv beste Bericht­er­stat­tung. Letz­te­res ist eine hehre Absicht, doch läuft diese in der Igno­ranz der Ver­pflich­tung, die aus der Auf­wen­dung von 50 Mil­lio­nen Euro aus dem bür­ger­li­chen Geld­beu­tel resul­tiert, leer. So sehr die Öffentlich-Rechtlichen sich als Ret­ter der schlag­zei­len­süch­ti­gen Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft und als letz­tes Gegen­ge­wicht zur teil­weise unse­riö­sen Bericht­er­stat­tung der Pri­va­ten auf­spie­len, stre­ben sie mit ihren Online­vi­deos, Media­the­ken und Pod­casts danach, über­all und immerzu ver­füg­bar zu sein und so mit der Nach­rich­ten­flut der Pri­vat­sen­der mit­hal­ten zu können.

Wozu also in einer Halb­zeit­pause Nach­rich­ten sen­den? Anstatt dem Fuß­ball­fan bei­spiels­weise einen gut auf­be­rei­te­ten Hin­ter­grund­be­richt oder ein aus­ge­dehn­tes Inter­view zu prä­sen­tie­ren? Zeit hätte man dazu, denn der Zeit­raf­fer Wer­bung spielt bei der Cham­pi­ons Lea­gue im ZDF keine Rolle. Eine gute Halb­zeit­pause ist also das Min­deste, was der Bür­ger vom ZDF ver­lan­gen kann — auch, wenn sicher­lich viele Fans die Halb­zeit nicht vor dem Fern­se­her, son­dern ungläu­big in die Leere star­rend vor dem geöff­ne­ten Kühl­schrank verbringen.

Kann das Öffentlich-Rechtliche Cham­pi­ons League?

Cham­pi­ons Lea­gue: Das sind die beson­de­ren Abende unter der Woche, die den Arbeits­all­tag ver­ges­sen las­sen. Das Flut­licht geht an, die opu­lente Hymne erklingt, Welt­klasse betritt den Rasen, die Mas­ter­card lädt uns ein auf eine Reise durch die Fuß­ball­welt und beschwört inter­na­tio­nale Gän­se­h­aut­mo­mente her­auf. So kann­ten wir sie.

Das ZDF jedoch domes­ti­ziert selbst einen Oli­ver Kahn, der als Spie­ler für abso­lute Lei­den­schaft und Wille stand, der sich wie kein ande­rer Spie­ler sei­ner Gene­ra­tion an den Rande des Wahn­sinns pushte. Unver­ges­sen seine Gesichts­aus­drü­cke, wenn er Gegen­spie­ler oder dann und wann auch Mit­spie­ler — falls Kuf­four in der Nähe war — mit sei­nen Bli­cken auf­fraß. Jener Oli Kahn, der für die­sen Wett­be­werb lebte, den bit­ters­ten und schöns­ten Moment sei­ner Kar­riere in der Cham­pi­ons Lea­gue erlebte. Seit er mit Kat­rin Müller-Hohenstein, in sei­nen schi­cken Anzug gepresst, vor der ZDF-Kamera steht, wirkt er wie ein hand­zah­mer Tiger, manch­mal gar gelang­weilt. Er ist der rich­tige Mann, am rich­ti­gen Ort, aber es fehlt ihm der Ner­ven­kit­zel, das Adre­na­lin – Kahn zeigt null Emo­tion. Müller-Hohensteins Fra­gen schei­nen Kahn gera­dezu zu lang­wei­len. Abhilfe soll nun in der Cham­pi­ons Lea­gue Namens­vet­ter Oli Welke schaf­fen. Nicht abzu­strei­ten, dass Welke mit ein wenig mehr Verve daher­kommt als Mül­ler Hohen­stein aber Kahn geht in sei­ner Rolle wei­ter­hin nicht voll auf.  Es fehlt ihm schlicht die Her­aus­for­de­rung und er konnte sich nie mit ein­fa­chen Din­gen zufrie­den geben. Der deut­sche Meis­ter­ti­tel war Oli Kahn nicht genug. Wei­ter, immer wei­ter — das pre­digte er uns.

Cham­pi­ons Lea­gue ist nicht Bun­des­liga und nicht EM oder WM

Champions League

Cham­pi­ons Lea­gue: Wenn das Flut­licht unter der Woche angeht… Foto: auto­po­iet / flickr

Die Cham­pi­ons Lea­gue ist nicht ver­gleich­bar mit der Bun­des­liga oder einer EM oder WM. Wer an einem Mitt­woch um 20.45 Uhr den TV ein­schal­tet, um eine Ach­tel­fi­nal­be­geg­nung zwi­schen Paris St. Ger­main und Juven­tus Turin zu sehen, der ist an Fuß­ball inter­es­siert. Fuß­ball an sich. Nicht dem Event Fuß­ball, einer zwei­wö­chi­gen schwarz-rot-goldenen Par­ty­laune, nicht an ‚Dsch­land‘ oder natio­na­lem Drama. Hier schal­ten Fuß­ball­fans ein, denen man nicht erklä­ren muss, was eine natür­li­che oder unna­tür­li­che Hand­be­we­gung, pas­si­ves Abseits oder der Vierte Offi­zi­elle ist. Hier reicht es auch nicht, Bela Rethy — den Mann, dem einst ein paar Noti­zen auf einer Piz­za­schach­tel reich­ten, um das Euro­pa­meis­ter­schafts­fi­nale zu kom­men­tie­ren — mit Kar­tei­kar­ten vol­ler Sta­tis­ti­ken zum Spiel zu ver­sor­gen und diese will­kür­lich her­un­ter­be­ten zu las­sen, um so pro­fes­sio­nelle Exper­tise anzu­deu­ten. Fuß­ball ist im Jahr 2013 mehr denn je Emo­tion und Lei­den­schaft. Nicht nur im Sta­dion. Auch vor dem hei­mi­schen Bild­schirm. Und wer vom ZDF bei einem sol­chen Spiel in Ekstase ver­setzt wird, des­sen Gefühls­bar­riere fällt ähn­lich leicht wie Andy Möl­ler im Tri­kot von Borus­sia Dortmund.

Das ZDF ver­passt eine groß­ar­tige Chance

Oli Kahns Kar­riere war geprägt von Ehr­geiz, von Zie­len, davon, sich nie mit dem Erreich­ten zufrie­den zu geben. Doch wohin geht die Reise der Cham­pi­ons Lea­gue im ZDF? Die Bericht­er­stat­tung des Zwei­ten wirkt im Glanz der Cham­pi­ons Lea­gue alt­ba­cken. Wie Fern­se­hen aus einer ande­ren Zeit — fehlt nur noch das schwarz-weiße Bild. Da reicht es nicht, dass man ein biss­chen mit Twit­ter und Face­book han­tiert und so den Zuschau­ern sug­ge­riert, man sei up-to-date. Es geht viel­mehr darum, den Pri­va­ten min­des­tens eben­bür­tig, wenn nicht gar über­le­gen zu sein. Das muss man als Rund­funk­bei­trag zah­len­der Bür­ger ver­lan­gen dür­fen, zumal dem ZDF mehr Sen­de­zeit zur Ver­fü­gung steht, da es auf Wer­bung nach 20 Uhr ver­zich­ten muss. Statt­des­sen wird mit dem frü­hen Beginn der Über­tra­gung um 19.20 dem Zuschauer vor­ge­gau­kelt, man würde den öffent­li­chen Auf­trag ernst­neh­men, doch wie viel Netto-Sendezeit bleibt eigent­lich bis zur eigent­li­chen Champions-League-Übertragung auf der Haben­seite ste­hen, nach Abzug der Wer­be­zeit ste­hen? Und ersti­cken die Rosenheim-Cops nicht die Vor­freude auf den rol­len­den Ball? Das Champions-League-Magazin kommt bei genaue­rer Betrach­tung eher als Mit­tel daher, noch ein Paar zusätz­li­che Euro durch zwei Wer­be­blö­cke einzunehmen.

Fest­zu­hal­ten ist: Das ZDF ver­passt eine groß­ar­tige Chance, dem Fuß­ball­fan eine Champions-League-Übertragung auf einem bis­her nie­mals dage­we­se­nen Niveau zu prä­sen­tie­ren. Doch es feh­len Zug­pferde wie Wolff-Christoph Fuss, der mit sei­nen Kom­men­ta­ren den Nerv des moder­nen Fuß­ball­fans trifft. Statt­des­sen hat sich beim ZDF wenig ver­än­dert. Man setzt zum Groß­teil auf die alte Garde, die sich immer noch an ihren alten Erfol­gen labt. Stell­ver­tre­tend schwa­dro­niert Bela Rethy am Mikro­fon in sei­ner immer­glei­chen Ton­art und kom­men­tiert die 90 Minu­ten mit sei­ner Rou­tine schlaf­wand­le­risch von sei­nem Kom­mena­to­ren­platz (ganz weit oben) herab durch. Dabei wirkt er sel­ten, als könne er sich am ein­fa­chen Spiel noch erfreuen. Wo ist der kind­li­che Spaß am Fuß­ball geblieben?

Das ZDF in der Pflicht

Mehr Qua­li­tät sollte der Anspruch des ZDF sein, denn mit dem Zwei­ten soll man angeb­lich bes­ser sehen. Das ist die Ver­ant­wor­tung des öffentlich-rechtlichen Fern­se­hens und letzt­end­lich auch des­sen Exis­tenz­be­rech­ti­gung: bes­ser zu sein als das Pri­vat­fern­se­hen. Zumin­dest inhalt­lich sollte man die­sem mei­len­weit vor­aus sein, doch auch hier ist das ZDF bis­her noch nicht zur Hoch­form auf­ge­lau­fen. Da kann es auch pas­sie­ren, dass wegen der Papst­wahl erst zum Anpfiff zuge­schal­ten wird, obwohl die Kon­klave auf gefühlt 20 Sen­dern gleich­zei­tig und zumin­dest auf ARD und Pho­enix, durch den Rund­funk­bei­trag finan­zierte Sen­der, zu ver­fol­gen war. Auch, wenn der Papst abs­trakt gese­hen über dem Fuß­ball anzu­sie­deln ist, bekle­ckert sich das ZDF dabei nicht mit Ruhm. Auch an die­sem Punkt ist an den mün­di­gen Zuschauer, der mit sei­nen 17,98 die Über­tra­gung der Cham­pi­ons Lea­gue mit­f­an­ziert hat aber lie­ber den neuen Papst bewun­dern will, zu appel­lie­ren, die Fern­be­die­nung in die Hand zu neh­men und einen Kanal run­ter auf die ARD zu schalten.

Bleibt zu hof­fen, dass es wenigs­tens bald weni­ger ver­krampft zugeht. Man möchte den TV-Machern zuru­fen: Befreit die Lei­den­schaft in Oli Kahn, fes­selt ihn nicht mit inhalts­lo­sen Fra­gen, son­dern lasst ihn ein­fach und unkom­pli­ziert über Fuß­ball reden; seid näher am Ball, nicht so abs­trakt; zeigt Emo­tio­nen, fühlt euch nicht all­wis­send, son­dern kom­men­tiert mit Herz und Seele und bringt das Fuß­ball­herz in Wal­lung. Seid ein­fach Cham­pi­ons Lea­gue. Im Jahr 2013. Die Fans und Bür­ger, eure Abon­nen­ten, wer­den euch den bes­se­ren Ser­vice danken.





Diskussionskultur

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>