Der ewige Zidane — A 21st Century Portrait


veröffentlicht am Mittwoch, 27. Februar 2013 13:24, von unserem Autor Christian Eck in Auswärts. null Kommentare

Bar­ce­lona 1, Madrid 3. So endete ges­tern das Rück­spiel im Halb­fi­nale des Copa Del Rey’s. Bar­ce­lona ver­liert dadurch den Nim­bus der Unbe­sieg­bar­keit im Camp Nou. Die letzte Heim­nie­der­lage datiert aus dem April 2012 — Geg­ner damals auch Real Madrid. Aber nicht der Sieg allein ist es, der wie Bal­sam für die geschun­dene Madri­der Seele wirkt, son­dern ins­be­son­dere die Deut­lich­keit des Sie­ges, wel­che an erfolg­rei­chere Zei­ten erinnert.

Waren in der Ver­gan­gen­heit die meis­ten Classico-Siege für Real knapp, nicht immer unbe­dingt ver­dient und häu­fig auch von Undis­zi­pli­niert­hei­ten und unfai­ren Aktio­nen geprägt, so erin­nerte die­ser Sieg ein wenig an die letzte große glanz­volle Zeit der König­li­chen, als das weiße Bal­lett ganz Europa das Fürch­ten lehrte und 2002 den bis­her letz­ten Champions-League-Titel nach Madrid holte.

Kopf der Mann­schaft und Chef im Mit­tel­feld war damals einer der größ­ten Fuß­bal­ler aller Zei­ten. Zine­dine Zidane, lie­be­voll Zizou genannt, wech­selte im Jahr 2001 für die dama­lige Reko­d­ab­lö­se­summe von 73 Mil­lio­nen von Juven­tus Turin in die spa­ni­sche Haupt­stadt. Aus­ge­stat­tet mit einem Welt– und einem Euro­pa­meis­ter­ti­tel, kam er als zwei­fa­cher Welt­fuß­bal­ler nach Madrid. Zidane musste nie­man­dem mehr etwas bewei­ßen. Trotz­dem schoß er Madrid mit sei­nem gran­dio­sen Tor zum Champions-League-Titel und wurde ein drit­tes Mal Welt­fuß­bal­ler, ehe er im WM-Finale 2006 nach Elfmeter-Lupfer und unver­ges­se­nem Kopf­stoß in der Ver­län­ge­rung seine Kar­riere been­dete und end­gül­tig zur Legende wurde.

Cris­ti­ano Ronaldo ist mitt­ler­weile der teu­erste Spie­ler der Welt. Er sollte wie Zidane eine neue Ära bei Madrid prä­gen. Bis­her mit mäßi­gem Erfolg. Sein Dop­pel­pack ges­tern gegen die ver­hasste Blau­grana aus Bar­ce­lona war ein wei­te­rer Schritt zum ersehn­ten Hel­den­sta­tus in Madrid. Aber zur Anmut eines Zine­dine Zida­nes wird es auch ein Cris­ti­ano Ronaldo trotz aller Tore nicht bringen.

In Anleh­nung an Hell­muth Cost­ards Doku­men­ta­tion über George Best “Foot­ball As Never Before” und um das anmu­tige Spiel von Zidane für die Ewig­keit fest­zu­hal­ten, waren am 23.04.2005 beim LaLiga Spiel zwi­schen Madrid und Vil­lareal 17 syn­chro­ni­sierte Kame­ras ein­zig und alleine Zidane auf ihn gerich­tet. Den Film gibt es auf YouTube kos­ten­los mit deut­schem Unter­ti­tel zu sehen. 90 Minu­ten nur Zine­dine Zidane. Teil­weise kleine Län­gen, aber für die Fuß­ball­gour­mets ein wah­rer Leckerbissen!

Zidane





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